Kettenhund

1. Frage

Ich suche Hilfe. Mein Freund ist 20 Jahre alt. Ich bin seit einem Jahr mit ihm zusammen. Er ist sehr aggressiv. Ich bin so ein Verhalten nicht gewohnt. Ich weiß nicht was ich machen soll. Er schlägt manchmal um sich, beschimpft mich und spuckt mir ins Gesicht. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Das macht mich total kaputt. Ich würde mich über eine Antwort von ihnen sehr freuen.

1. Antwort

Aggressionen in der beschriebenen Form sind ein Ausdruck großer Leidenschaft und Lebensfreude, die – in diesem Leben – nie zum Ausdruck kommen durfte. Steckengebliebene Freude sammelt sich lange Zeit an und explodiert, wenn der innere Druck groß genug ist. Wahrscheinlich hat dein Freund kein liebevolles und unterstützendes Elternhaus, während du geborgen aufgewachsen bist.

Es gibt ein geistiges Gesetz, das besagt: „Was uns im Äußeren begegnet, spiegelt dasselbe in unserem Innersten – wenn es auch tief versteckt ist.“ Daher stelle ich dir die Frage: Wie steht es mit deiner eigenen Aggression? Drückst du sie aus oder unterdrückst du sie? Aggression ist grundsätzlich etwas sehr positives und lebendiges. Zerstörerisch wird sie erst, wenn sie lange Zeit nicht zum Ausdruck kommen durfte.

Wie verhältst du dich also, wenn dir Aggressionen von außen begegnen? Ziehst du dich zurück in dein Inneres? Hast du Ängste oder bist du mutig und stellst dich aufrecht? Beobachte, in welchen Situationen dein Freund so mit dir umgeht. Beobachte, wie du selbst gerade drauf warst, und worauf er vielleicht reagiert. Während die Männer der letzten Jahrhunderte aggressiv auf starke Frauen reagiert haben, reagieren heute viele junge Männer aggressiv auf starke Frauen, die ihre Stärke unterdrücken und sich zu Mäuschen oder Opfern machen.

Es gibt ein anderes geistiges Gesetz, das besagt: „Für alles, was uns im Äußeren begegnet, sind wir im Inneren stark genug.“ Zwar liegt auch diese Stärke versteckt irgendwo tief in uns, doch der Augenblick der Begegnung fordert sie heraus, sich zu zeigen und sich auszudrücken. In diesem Sinne fordert dein Freund dich also auf, stark und unerschrocken zu sein und deine weibliche Liebe in sein Herz fließen zu lassen.

Sei sicher, dass du stark genug bist, solchem Verhalten zu begegnen, entweder mitzustreiten ohne verbissen zu sein (eher spielerisch, tänzerisch), oder dich aufrecht hinzustellen und zu sagen: „So nicht mit mir, mein Lieber. Ich schätze dich sehr, doch ich erlaube dir nicht, mich als Fußabtreter zu benutzen. Es gib bessere Wege, Dampf abzulassen und dich zu entspannen.“

Frage ihn einfach mal, warum er das tut, ob es etwas gibt, worüber er mit dir reden möchte, etwas was ihn bedrückt. Sag ihm in einer entspannten Minute, dass dir dies weh tut und du es so nicht willst. Gehe auf ihn zu. Beginne, mit ihm darüber zu sprechen. Sei sanft, einfühlsam und wisse: Verletzen tun nur die Menschen, die selbst verletzt sind. Er hat sicherlich Verletzungen in sich. Vielleicht schaffst du es, ihm zu helfen, sich zu öffnen und sich von alten Schmerzen oder Enttäuschungen zu befreien.

In jedem Fall, liebe (…), hilft dein Freund dir auf diese Art, deine Aufmerksamkeit, dein Einfühlungsvermögen und deine innere Kraft zu erkennen und nach außen zu bringen. Lasse einfach ein paar Tage herumgehen und schau was passiert, wie du mit dieser Antwort umgehst. Du darfst mir gern wieder schreiben und wir können ein wenig tiefer hineingehen, wenn du willst. Heute sende ich dir und deinem Freund erst einmal eine gehörige Portion meiner ungebremsten Aggressions-Freude-Schöpfer-Kraft.

2. Brief

Vielen Dank für deine umfangreiche Antwort und Warmherzigkeit. Dein Schreiben hat mich sehr nachdenklich gemacht. Du hast auch Recht mit dem, was du über sein Elternhaus vermutet hast. Ich glaube, die Kindheit meines Freundes hat ihn sehr geprägt. Gewalt war auch in seiner Kindheit leider „Alltag“. Das macht mich sehr traurig, denn ich glaube, dass ich eine recht liebevolle Kindheit hatte und Gewalt war bei uns kein Thema. Mein Freund hat einen liebevollen Umgang nie richtig kennen gelernt. Er sagt mir jedoch immer, durch mich wisse er, was Liebe ist. Vielleicht braucht er mich aber nur, weil ich ihn unterstütze in allem und Wärme gebe. Denn das Verhalten, was er mir gegenüber zeigt… kann das denn Liebe sein?! Er will niemanden an sich ran lassen und wird mir wohl auch nie vertrauen. Er war heute Mittag bei mir, um sich (mal wieder) von mir zu trennen. Er ist wieder komplett ausgerastet. Ich glaube, eine Trennung wäre vielleicht sogar am besten. Ich brauche Respekt in einer Beziehung. Und diesen Respekt bringt er mir nicht entgegen. Das macht mich sehr traurig. Hoffe wieder von dir zu hören

2. Antwort

Natürlich ist sein Verhalten dir gegenüber Liebe. Doch es ist die verhüllte Form der Liebe, jener Ausdruck, zu dem er fähig ist. Die Form der Liebe, die du als Kind erlebt und damit auch erlernt hast, kennt er nicht. Zu ihr ist er (noch) nicht fähig. Doch du könntest sie ihn lehren.

Es gibt einen Spruch: „Ein Kettenhund kann kein Schoßhund mehr werden.“ Nun, er muss kein Schoßhund werden, dies läge gar nicht in seiner Natur. Dennoch kannst du ihn von der Kette (der elterlichen Gewalt) losbinden und ihn mit deiner Liebe und Treue dir selbst gegenüber so sehr „zähmen“, dass auch er eines Tages beginnt, sich selbst zu vertrauen – und sogar sich selbst zu respektieren und zu lieben. Und sicherlich wird dann auch sein inneres Licht leuchten und die wahre Lebenskraft, die in seiner Kindheit so tief verschüttet wurde, wird hervorbrechen und neue Welten erbauen. Wer weiß, vielleicht habt ihr euch genau dafür getroffen …?!


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