Reise durch das Glas der Stimmen
in die Silbernen Hallen von Asgard
Ich schließe meine Augen und atme – sanft, tief und hoch. Dabei öffnet sich mein Herz weit und lässt alles los was war, was ist und was sein wird.
Auch ich öffne mich weit und lasse alle Dichte meines Körpers in den Boden sinken. Ich lasse zu, dass mein Leib als eine leere Hülle zurück bleibt, scheinbar verlassen vom Geist und von der Seele - und dennoch ganz und gar präsent, unendlich weit und ausgedehnt und gleichzeitig gebündelt und konzentriert.
Ich atme tief und hoch und lasse zu, dass der kosmisch-planetarische Atem gemeinsam mit meinem Herzlicht meine Wirbelsäule durchströmt, das kristalline Bewusstsein erhöht - die Diamantstruktur meiner geistigen Aura stärkt.
Die Reise
Mein Körper liegt bequem und vollkommen entspannt – und ich löse mich nun ganz sanft aus ihm heraus. Ich gleite in dieser liegenden Form - wie an einem Faden gezogen, wie auf einer goldenen Bahn - entlang einer Lichtstraße aus dem Kopf heraus und fließe - fahre - nun horizontal über die Erde.
Mein Rücken ist zur Erde gerichtet, mein Gesicht zeigt zum Himmel. Meine Augen bleiben geschlossen und ich fahre, ohne die Richtung zu kennen, ohne die Lage zu kontrollieren, voller Vertrauen wie ein Zug aus dem Bahnhof meines Körpers heraus, auf dem Gleis meines Lebens, das vielfältige und weite Wege über die Erde beschreibt.
Ich atme tief und hoch, spüre noch einmal meinen hier liegenden Körper - und lasse ihn liegen.
Ich lasse mich gleiten, treiben, fließen und fahren. Ich lasse es mir von ganzem Herzen gleichgültig sein, wohin es mich führt, wohin ich mich führe.
Während ich fahre, verändert sich die Umgebung, die ich spüre, rieche, höre und atme. Temperaturen und Farben, Stimmen und Klänge verändern meine Umgebung ebenso wie die Formen, die ich nicht sehe - aber dennoch wahrnehme. Ja, ich erkenne mit meinen geschlossenen Augen auf eine neue - und doch klare Weise - die vielfältigen Landschaften, durch die ich dahin gleite.
Und nicht nur auf der Oberfläche der Erde verläuft mein Lebensgleis, sondern auch durch Berge hindurch, mitten durch das Gestein, durch die Massive und tiefen Höhlen, an unterirdischen Flüssen entlang und wieder hinaus durch das Gestein in neue Landschaften, über bunte Wiesen und breite, im Sonnenlicht schillernde Flüsse hinweg - durch Städte hindurch, durch üppig blühende Gärten und trockene Wüsten.
Meine Reise führt mich über den ganzen Kontinent bis an die Gestade des Meeres - und dann hinaus auf das Wasser. Und auch jetzt, da meine Lebensfahrt das Land verlässt und die gewaltige Fläche des Ozeans erreicht, nehme ich eine deutliche Veränderung der Umgebung wahr – draußen und in meinem Körper.
Ich kann sie nicht sehen, weil meine äußeren und inneren Augen geschlossen sind, weil ich in mir ruhe und nur mit meinem Körperwesen fühle, spüre, wahrnehme und kommuniziere. Während mein fühlender Blick über die unendlichen Weiten des Ozeans schweift, reist er gleichzeitig in die unendliche Weite meines Körpers - in das Innerste Wesen meines Körpers, der sieht - meines Körpers, der hört - meines Körpers, der weiß - jener Ätherkörper, der den physischen Leib verlassen hat und doch in ihm selbst diese Reise erlebt, da sie in ihm selbst verläuft.
Ich spüre und nehme deutlich wahr, was ich tief in mir schon lange weiß: dass mein Ätherkörper, und mit ihm mein physischer Leib, aus allen Poren heraus hören, sehen und empfangen kann – spüren und fühlen, was um ihn herum ist.
Und ich gleite weiter - hinaus aufs offene Meer, weit hinein in die unendlichen Welten des Ozeans, und mein Ätherleib weiß sehr genau, dass nun kein Horizont mehr zu sehen ist - außer dem des Wassers, der an den Himmel grenzt – außer dem der Raum-Zeit, der an die Unendlichkeit grenzt.
Unendliche Weite, unendliche Kühle um mich herum. Unendliche Höhe über mir. Unendliche Tiefe unter mir. Doch ich bin geborgen - geborgen im Herzen meines Körpers, geborgen im Atem der Welt und geborgen auf dem Gleis meines Lebens, das mich ganz offensichtlich in eine ganz bestimmte Richtung - an einen ganz bestimmten Ort führt.
Das Glas der Stimmen
Und in der Tat kann mein Ätherwesen nach einiger Zeit erkennen, dass weit voraus eine gläserne Röhre aus der Oberfläche des Ozeans herausragt und sich in einer unendlichen Höhe in den Himmel hinein, durch die Atmosphäre hindurch, meinem inneren Blick entzieht. Es scheint ein Glaszylinder zu sein, ein gläsernes Rohr.
Und nun da ich näher komme, nehme ich wahr, dass die gläserne Wand voller kleiner Löcher ist - in der ganzen Höhe und im vollem Umfang perforiert - für den Austausch des Atems in ihm und jenes Atems außerhalb von ihm. Winzige Tore der Kommunikation zwischen den inneren und den äußeren Reichen.
Ich erkenne schon von weitem, dass mein Lebensgleis direkt auf dieses Gebilde zuführt und darin verschwinden wird. Und in dem Augenblick, da ich dies erkenne, durchfährt mich ein sanftes, markerschütterndes Beben.
Noch gleite ich auf meinem Lebensgleis auf der schillernden Oberfläche des smaragdgrünen Ozeans, den blauen Himmel, das Licht der goldenen Sonne und die Unendlichkeit der kosmischen Sphären über mir. Doch ich weiß, dass der Augenblick naht, da ich mitsamt meinem Ätherkörper, meinem Leben, meinem Sein und meiner Erinnerung durch die Wand ins Glas der Stimmen gleiten werde.
Und in den Augenblick, da ich die Glaswand durchfahre, richtet sich mein Körper auf. Meine Wirbelsäule spannt nun zwischen Himmel und Erde, zwischen Kosmos und Erdmittelpunkt - und dennoch ruhe und gleite ich weiter - tue nichts, sondern bin geführt auf der Bahn meines eigenen Lebens und lasse geschehen.
Und eine weitere Veränderung wird deutlich: mein Atem.
Es scheint, als würde nun nicht mehr ich aus meinem Willen und meinem Körperbewusstsein heraus atmen, sondern der Atem - machtvoll geworden und vollkommen losgelöst von meinem menschlichen Sein - atmet mich, führt mich im auf und ab pulsierenden Strömen auf seinem Weg an sein Ziel. Hier spüre ich deutlich wie nie zuvor, dass mein Atem Eins ist mit meinem göttlichen Geist – dass der ewige Strom des Ein- und Ausatems, die ewigen Wege des Auf- und Ab-Atmens, der Wille des göttlichen Geistes ist.
Hier und Jetzt spüre, weiß und erlebe ich, dass das Ur-Wesen meines Atems nichts anderes ist, als Leidenschaftliche Lebendige Liebe.
Allmählich lenke ich meine Aufmerksamkeit in den neuen Raum und betrachte ihn. Und immer noch sind meine Augen geschlossen, immer noch betrachte ich mit meinem Fühlenden Leib.
Ich nehme die winzigen Löcher in der Glaswand nun von innen wahr. Keine Luft weht durch sie hindurch, kein Wasser strömt herein, denn es sind geistige Löcher - winzige Öffnungen für jene, die wahrhaft sehen und fühlen, sprechen und lieben wollen, für jene, die in der Lage sind, diese Tore für sich und Andere zu öffnen - winzige Löcher im Glas, die zu großen kristallinen Toren werden können.
Ich bin in einem weiten, lichten Kanal, in einem gläsernem Rohr - viele Meter im Durchmesser - und ich weiß, dass es Das Glas der Stimmen heißt. Hier setzt sich meine Lichtbahn und mein Lebensatem spiralförmig fort.
An dieser Stelle könnte ich nun aufwärts reisen Richtung Himmel und Kosmos. Doch Hier und Jetzt führt meine Reise mich abwärts, hinab unter die Oberfläche des Wassers auf drehenden Lichtbahnen immerzu senkrecht fließend, treibend, wehend - in jene Tiefen des Wassers, die noch letzte Reste vom Sonnenlicht erahnen können, und weiter in Tiefen, die niemals einen Strahl der Sonne empfangen - und schließlich durch die Gesteinsschichten der subozeanischen Platten hindurch in das Innere der Erde.
Und auch auf diesem senkrechten Weg kann ich wahrnehmen, dass sich mit zunehmender Tiefe Umgebung und Atmosphäre verändern: das Licht und die Farben, die Klänge und die Stimmen, die Formen und selbst die kristallinen Strukturen der Atome. Alles dies kann ich mit meinem Körperwesen wahrnehmen und empfangen, aufnehmen und wissen. Und ich tue es. Und es geschieht.
Und während ich diesen spiralförmigen Abstieg meines Lebens geschehen lasse, atmet ES tief und hoch in mir. Ich lasse es zu und beobachte, dass der Hier-und-Jetzt-Punkt meiner DNS, meiner eigenen Lebens-Tanz-Säule, mit mir zieht und er gleichzeitig - während ich im Glas der Stimmen absteige - aufsteigt. Ich lasse es zu und beobachte, dass das Zentrum meiner Gegenwart, während ich das Herz der Erde erreiche, gleichzeitig das Herz meiner kosmischen Heimat erreicht.
Während mein Körperwesen in die unendlichen Tiefen des planetarischen Dunkels reist, geht mein Ätherleib in die unendlichen Höhen des kosmischen Lichtes. Und tief in mir weiß ich, dass es auch umgekehrt ist: während mein Herz in die unendlichen Höhen des kosmischen Dunkels reist, gehe ich in die unendlichen Tiefen des planetarischen Lichtes.
Unendlich sanftes und leidenschaftliches Schweben, Gleiten, Pulsieren und Reisen wird urplötzlich im Tiefengestein durch einen Schleierdurchgang verändert, durch ein Dimensionstor, das ich nicht voraussehen konnte – und nun, da ich hindurch geworfen wurde, auch nicht mehr erinnere.
Die Ankunft
Erneut verändert sich meine Ausrichtung, diesmal von der Vertikalen in die Horizontale. Doch nun bleibt mein Körper aufrecht stehen. Meine innere Wahrnehmung dehnt sich in der Horizontalen aus und ich kann sehen, dass sich dieser neue Raum vor, über und unter mir weit öffnet. Doch seine Ausdehnung nach links und rechts geht in unermessliche Weiten.
Eine silbrige Sphäre öffnet sich meinem Blick und Hier und Jetzt öffne ich die inneren Augen. Ein eigenartiger Raum, mandelförmig, zieht sich durch die ganze Erde - entlang ihrer Achse.
Es könnte ein Hof sein, ein Marktplatz oder das Innere eines riesigen Tempels - weiche, geschwungene Linien, sanfte kurvige Formen, wo immer ich hinblicke - eine silberne Halle, gewaltig in ihrer Größe, doch von feinster Natur in den Details ihrer unüberschaubaren Vielfalt.
Klänge, Farben, Licht und Formen aus nie gekannten Welten dringen an meine inneren Augen und Ohren - vollkommen anders, als ich je erlebt habe.
Eine Gruppe von Wesen steht vor mir und schaut mich an – Menschen?
Ihre Gestalten sind von edlem Wuchs und sanfter Ausstrahlung, kühl und gleichzeitig warm. Ihre weiß schimmernden Körper sind durchsichtig und erscheinen doch fest. Jeder einzelne dieser Körper ist von einem anderen Farbton durchzogen, der fließend schillernd sichtbar ist, aufblitzend - und doch das Weiß ihres Leibes nicht überdeckt, sondern unterstreicht.
Sie empfangen mich, heißen mich lächelnd willkommen und beginnen, mit einer einzigen Stimme zu sprechen.
„Überraschend mag deine Ankunft in unseren Hallen für dich sein. Erwartet wurdest du von uns, denn vor vielen tausend Jahren hast du in unseren Silbernen Hallen von Asgard einen Lebensfaden zurückgelassen, der in jene Achse der Erde, die wir hier hüten, eingewoben ist und vom Nordpol der Erde zum Südpol zieht. Einen Silberfaden hast du vor 12.000 Jahren hier zurückgelassen und in unsere Obhut gegeben - einen Atemzug, den du eines fernen Tages mit deinem atmenden Leben wieder verschmelzen wolltest.
So heißen wir dich Hier und Jetzt freudig willkommen. Möge dies der Augenblick deiner Verschmelzung sein – mit dir selbst und mit uns.
Wir wollen dich nun an die Fenster deines Planeten führen, an die beiden Pole deiner Erde - an die beiden Pole deiner verkörperten Dualität, die du lange Zeit als nicht zu vereinbarende Gegensätze wahrgenommen hast. Hier und Jetzt mag die Zeit reif sein, da du den Ur-Geist eures maskulinen und femininen Seins, die elektrischen und magnetischen Ur-Pole wahrnimmst, atmest und in dir verschmelzen lässt.
Denn ebenso wie deine verkörperte Welt zwei unterschiedliche Pole hat, zwischen denen ihr Jahrtausende lang gekämpft und Kriege geführt habt, haben unsere Hallen zwei unterschiedliche Fenster, zwischen denen wir Jahrtausende lang geliebt und Frieden erschaffen haben.
Ebenso wie ihr in eurer dualen Welt zwei Wesen kennt, die einander ersehnen und verfluchen, gibt es in unseren Hallen zwei verschiedene Tore, die weit voneinander entfernt stehen - und einander seit vielen Zeitaltern in ihrer Vollkommenheit spiegeln.
Nun mag dein niederer Geist denken, wir hielten uns für besser als euch, wir hätten ES geschafft und ihr nicht. Doch dein Herz weiß genau, dass wir und ihr nur zwei verschiedene Wege gewählt haben, die zu ein und demselben Ziel führen.
In der Welt eures Denkens und Fühlens herrschte das Dunkel und das Licht - das anziehende magnetische und das abstoßende elektrische Wesen - und ließ euch nie zur Ruhe kommen. In unseren Hallen findest du die beiden Portale dieses Phänomens, das gleichzeitig Zwei und Eins ist – und zu denen wir dich führen wollen. Eines liegt im Norden, das andere im Süden. Lasse uns Hier und Jetzt auf dieser goldenen Straße gehen.“
Die Wesen schweigen und dennoch höre ich weiterhin ihre Worte tief in mir: „Zwischen den Polen - zwischen diesen Portalen und Fenstern des Planeten liegt die Goldene Achse, die DNS der Erde. Tief in dir kannst du nun spüren, dass dein eigener Lebensfaden - seit vielen Jahrtausenden hier eingewoben und ruhend - nun sanft beginnt zu pulsieren, nun da deine Schritte, dein Herzlicht und dein lebendiger Atem diese Straße berühren.“
Nach Norden
Das Volk von Asgard führt mich auf der goldenen Straße nach Norden. Und wirklich, indem ich das nördliche Fenster Hier und Jetzt schon mit meiner Vorfreude berühre, beginnt ein Raum tief in mir sich zu öffnen und den einst verlorenen Atem von Atlantis freizugeben.
Je näher wir dem nördlichen Fenster kommen, desto stärker weht mir ein eisiger Hauch entgegen, gewaltig und doch von unendlicher Feinheit. Ich erahne den Geist, der hier atmet und herrscht, ein maskulines Wesen - König, Priester und Gott - und doch nur als ewig schillerndes Farb-Licht-Spiel von transparenten grün-violetten Blautönen sichtbar - wild tanzend zwischen lichtesten und dunkelsten Sphären.
Eisige machtvolle Größe, Härte und Kraft sind Eins mit transzendentem, väterlichem Geist: der Nordpol der Erde, eng umschlossen von den großen Kontinenten des Planeten - das nördliche Fenster zum Kosmos aus den Hallen von Asgard betrachtet.
Ein maskulines Wesen, ein maskuliner Geist - magnetisches Eis, auf unbegreifliche Weise mit dem goldenen Feuerstrom der Erdachse verschmolzen - ein Fenster, ein Tor der Mysterien und Weisheit, des Chaos und der Ordnung.
Ich atme tief und hoch - und fühle. Und einfach, weil ich Hier und Jetzt bin und fühle - einfach, weil ich Hier und Jetzt schaue und atme - einfach, weil ich Hier und Jetzt meinen geistigen Herz-Liebesstrom in diesen Ort fließen lasse, beginnt das Ewige Eis meiner eigenen Krone zu schmelzen.
Mein Schöpfungszentrum Spirit öffnet sich und ein Teil meines alten Lebensfadens beginnt sanft zwischen meinem Herzen und meinem Kron-Chakra zu vibrieren. Denn Ich Bin Eins mit dem Geist dieses Portals – dieses nördlichen maskulin-magnetischen Tores zwischen Himmel und Erde.
Ich fühle, spüre und höre mit den Zellkernen meines Körpers, mit den feinsten Fasern meines Ätherleibs. Ich fühle den Klang des nördlichen Tores, schmecke das Licht und höre die Farben dieses Ortes - und weiß, wohin mich die Wege führen, wenn ich eines Tages dieses Tor öffne und die Silbernen Hallen von Asgard auf diesem Wege verlasse. Hier und Jetzt bleibe ich, doch eines Tages werde ich gehen.
Hier und Jetzt verbinde ich meinen lebendigen Lichtkörper, meine pulsierende DNS, meine atmende geistige Krone mit diesem Portal und seinen Wegen hinaus auf die Erde - und hinaus in den Kosmos und die Galaxien.
Kristalliner maskuliner G-EIS-T öffnet mir das Tor zur Erde - und der Erde das Tor zu meiner Krone.
Freies Fließen kühlt meinen menschlichen Geist, den erhitzten Verstand, und erhebt meine kosmische Intelligenz, während die feurige Achse der Erde heiß in der Tanzsäule meines Lebens brennt. Heiß ist der Fluss durch meinen Körper. Kalt ist die Krone des Ewigen Eises. Und beides vereint und wandelt sich nun nach Jahrtausenden wieder zu frei fließendem Geist.
Ich atme tief und hoch und nehme die Verschmelzung zwischen dem Planeten Erde und meinem kosmischen Körper-Universum von ganzem Herzen an.
Umkehr
Ich möchte bleiben, doch sanft ziehen die Wesen von Asgard mich weiter - und ich löse mich vom Nordtor, wende mich gemeinsam mit ihnen der anderen Richtung zu. Doch tief in mir weiß ich, dass ich diesen Ort nie mehr verlassen werde – auch wenn ich an tausend andere Orte gehe.
Meine Begleiter führen mich nun auf der goldenen Achse nach Süden. Auf dem Weg dorthin erreichen wir zunächst jenes Tor, durch das ich vor wenigen Minuten - oder war es vor Jahrtausenden? - aus dem Glas der Stimmen heraus in diese Hallen hereingepurzelt bin.
Jetzt nehme ich diesen Ort meiner Ankunft auf eine ganz andere Weise wahr. Ich sehe, fühle und weiß mehr als zuvor: Ich habe die Silbernen Hallen durch Das Tor des Ozeans betreten, ein feminines Tor, und in diesem Augenblick blitzt die Gewissheit in mir auf, dass es ein viertes Tor, ein maskulines, gibt: Das Tor des Kontinents - und dass dieses in der Großen Pyramide ist.
Wir gehen weiter und auf dem langen Weg - der hier doch ein kurzer zu sein scheint - erzählt mir das Silberne Volk ein wenig aus seiner Geschichte. Ihrer Stimmen sind viele und sie erscheinen wie eine einzige. Ihre Worte sind wie ein gläserner Gesang. Ihre Erzählung ist wie ein unendliches Lied von den Zeitaltern der Erde - von ihrem Leben und meinem eigenen, an das ich mich lange Zeit nicht mehr erinnert habe. Und alles dies fließt sanft und nahrhaft, wie süßer Honigwein, in mich.
Auch auf diesem Wege spüre ich mit jedem Schritt eine stetig fließende Veränderung - sowohl in der äußeren Landschaft als auch tief in mir selbst. Die Sphären dieses Reiches und die Geschichte seiner Entstehung ziehen durch mich hindurch, wollen in mir erwachen und lebendig werden. Und so sei es.
Nach Süden
Mit dem Herannahen an das Südtor, weht mir der Atem des elektrischen Ur-Pols entgegen. Das Portal des Südens sendet uns das kristalline Schillern seiner Innenseite entgegen.
Auch hier beginnt - in der Berührung meiner Vorfreude mit dem südlichen Fenster - tief in mir, ein Raum sich zu öffnen und den einst verlorenen Atem Shambhalas freizugeben.
Je näher wir dem südlichen Fenster kommen, desto stärker weht mir ein Hauch eisiger Liebe entgegen, furios und unendlich sanft.
Ich nehme den Geist auch dieses Ortes wahr. Es ist ein feminines Wesen - Königin, Priesterin und Göttin - und doch nur als ewig schillerndes Farb-Licht-Spiel in transzendenten lachsrosa- und magentafarbenen Tönen sichtbar - von weichen goldenen Schleiern durchzogen.
Femininer Geist, feminines Eis - eine grenzenlose Kälte und Unnahbarkeit und doch unbegreifliche Wärme und Geborgenheit ausstrahlend - transzendenter mütterlicher Geist: der Südpol der Erde, inmitten der weiten Ozeane des Planeten - das südliche Fenster zum Kosmos aus den Hallen von Asgard betrachtet.
Ganz andere Klänge und Formen, ganz anderes Licht kann ich hier fühlen und sehen - ein ganz anderer Geist als im Norden - und dennoch Eins mit ihm im Ursprung - und Eins mit der Wurzel meines Lebens.
Sanft beginnt diese Mutter nun zu pulsieren. Und es ist, als würde sie auf mich reagieren, in den fließenden Strömen ihres Lichtes mit mir sprechen. Und tatsächlich kann ich nun am unteren Ende meiner Wirbelsäule, in der Wurzel meines Lebens, das kühle Vibrieren wahrnehmen, das alle heißen Emotionen und Schmerzen meines Körperlebens kühlt, mein Schöpfungszentrum Sexus erfrischt und zurück in ein leidenschaftlich gelebtes Leben ruft.
So beginnt nun der andere Teil meines alten Lebensfadens sanft zwischen meinem Herzen und meinem Wurzel-Chakra zu vibrieren. Denn Ich Bin Eins mit dem Geist dieses südlichen feminin-elektrischen Portals zwischen Himmel und Erde.
Auch hier sehe ich die Verschmelzung der planetarischen Feuerachse mit dem Eis des Südens im äußeren Raum - und fühle sie gleichzeitig in meinem Innersten.
Auch Hier und Jetzt lasse ich die Verschmelzung zu zwischen meinem heutigen Lebensatem und jenem uralten Lebensfaden, den ich vor 12.000 Jahren in diesen Hallen zurückgelassen habe, versprechend, dass ich ihn eines Tages wieder aufnehmen würde.
So bindet nicht nur die Achse der Erde, sondern auch mein Lebensfaden an dieses Südtor an, das mich einmal in jene kosmischen Räume führen wird, die ich heute erspüren und später betreten werde.
Rückkehr ins Zentrum
Sanft löse ich mich nun vom Südtor und kehre um. Tief in mir weiß ich, dass ich auch diesen Ort nie mehr verlassen werde – auch wenn ich an tausend andere Orte gehe.
Die Wesen von Asgard führen mich nun auf der goldenen Achse zurück ins Zentrum der Silbernen Halle. Erneut erlebe ich es, dass sich meine Wahrnehmung des Ortes meiner Ankunft verändert - vertieft - hat. Tief in mir, und um mich herum, spüre ich eine unendliche Ausdehnung, kühl und weit und gleichzeitig warm und geborgen.
Und tief in mir weiß ich, dass Hier und Jetzt der Augenblick meiner Heiligen Hochzeit mit dem Planeten gekommen ist.
Und einfach, indem ich Hier und Jetzt atme, wird der Puls der Erde Eins mit dem Puls meines Herzens.
Indem ich Hier und Jetzt atme, wird der Geistfluss der planetarischen DNS Eins mit der DNS meines Lebens.
Indem ich aus tiefem Herzen atme, vereinigen sich der Nord- und der Südpol der Erde mit der Krone und der Wurzel meines Körpers.
Indem ich Hier und Jetzt die Liebe zu mir selber ausdehne, verschmelzen das Bewusstsein Gaias und der Geist Ohamahs mit dem Bewusstsein meines Leibes und dem Körper meines kristallinen Lichtes.
Im Kreise des Volkes von Asgard atme ich tief und hoch und fühle mich geborgen - schwebend, treibend, gehend - tuend und doch geschehen lassend.
Ich nehme das wahre Wesen der Erde wahr, jenseits aller Illusionen von Materie.
Ich nehme das wahre Wesen meiner selbst wahr, jenseits aller Illusionen von Emotionen und Gedanken.
Der Geist und die Seele des Planeten sind Eins mit meinem Geist und meiner Seele.
Ich lasse zu, dass Hier und Jetzt die unwiderrufliche Vereinigung zwischen mir und dem Planeten geschieht, indem ich mein atmendes, menschliches Herzlicht der Erde schenke und das atmende Feuer der Erde in meinem Herzen empfange.
Nun können sich die Sprachen der Elemente in meinem Zellgefüge öffnen und sich eines Tages durch mich offenbaren.
Nun können die Sprachen der Tiere und Pflanzen in meinen Herzraum erwachen, in meinem Zellgefüge Wurzeln schlagen und sich eines Tages durch mein wahres Menschsein auf Erden ausdrücken.
Die Sprache des Planeten ist das Fühlen und das Empfinden, das Wahrnehmen, das Empfangen und das Geben.
Ich lasse zu, dass diese Sprache des Planeten mit der Sprache meines Menschseins verschmilzt. Und nicht nur dies. Denn ich bin durch das Glas der Stimmen in diese Welten gereist.
Das Glas der Stimmen hütet die Sprachen aller Völker, Rassen und Kulturen, aller Dimensionen und Reiche. Und in der Tat ist das Glas der Stimmen Eins mit meinem kosmisch-planetarischen Atem, Eins mit meiner DNS.
Und so werde ich eines Tages die Sprachen von Asgard und Venus auf Erden hören und sprechen, die Sprachen Lemuriens und Atlantis’. Ich werde das Lied des Phoenix und die Weisheit des Drachen verstehen – und darin die Sprachen aus der Dualität in die Einheit führen.
Denn die Sprache des EINEN ist LIEBE.
Sie nimmt ihren Anfang in meinem Herzen - und endet niemals.
Und so fließen die Sprachen und Stimmen aller Völker, Rassen und Reiche wie süßer, nährender Honigwein in mich - einfach, weil ich die unendliche Liebe meines eigenen Herzens in den Silbernen Hallen von Asgard erweckt habe. Und hier öffnet sich die Gewissheit:
Das Fünfte Tor nach Asgard ist mein Herz
und es öffnet sich Hier und Jetzt.
Uns so treibe ich durch die Silbernen Hallen von Asgard, lasse mich führen, begleiten und geborgen halten - gebe und empfange im Atem meines lebendigen Lebens, bis ich erwache.